
ManuEla Ritz wurde 1969 in Meißen geboren. Nach dem Besuch der Grundschule in Mügeln (Sachsen) absolvierte sie eine Ausbildung zur Krippenerzieherin. Im Frühjahr 1989 zog sie nach (Ost)Berlin. Nach dem „Fall der Mauer“ studierte sie Sozialpädagogik und arbeitete während ihres Studiums als Streetworkerin in Sierra Leone, als Migrations- und Familienberaterin in Berlin und studierte ein Semester an der Universität von Cape Town (Südafrika). Nach ihrem Studium arbeitete ManuEla Ritz als Familienhelferin, Initiatorin und Leiterin der Initiative „Eltern Schwarzer Kinder“ in Köln, sowie als Beraterin und Eventmanagerin in einem Kölner Antidiskriminierungsbüro, bevor sie sich 2002 als Antirassismustrainerin selbstständig machte.
Ihre Workshopangebote für Diversity Works
Trainerinnenlaufbahn
Ihren Einstieg in die Trainerinnenlaufbahn nahm ManuEla Ritz mit einer Ausbildung nach dem von Jane Elliott entwickelten Workshopkonzept „Blue Eyed“ und der Durchfürhung von „Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen“.
Anschließend folgten weitere selbst - bzw. gemeinsam mit Kolleg/innen - entwickelte Workshop-Konzepte wie zum Beispiel „Verknüpfung von Theorie und Praxis in antirassistischen Bildungsarbeit“, das sie seit drei Jahren im Masterstudiengang für Intercultural Education als Lehrbeauftragte an der Freien Universität Berlin anbietet.
Eine 2jährige berufsbegleitende Fortbildung mit dem Schwerpunkt „Interkulturelle Kompetenz und Qualitätsentwicklung“ am Penthesilea Institut Berlin, schloss Frau Ritz mit einem weiteren „Trainerinnen-Titel“ zu ab. Im Rahmen dieser Ausbildung kam sie erstmals mit dem Thema Adultismus in Berührung.
Als einstige Erzieherin und jetzige Mutter von zwei Kindern forschte Frau Ritz zunächst aus persönlichen Beweggründen zu dieser wenig beachteten Problematik, bevor sie im Jahr 2006 in Kooperation mit der Kommunalen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe der Stadt Frankfurt/Main die Mitarbeiterinnen städtischer Kinderkrippen für das Thema Adultismus sensibilisierte.
Von Ihr erschienene Artikel zu Adultismus sind zu finden in der pädagogischen Fachzeitschrift „Betrifft Kinder“ (Ausgaben 03 - 04/08; 05/05 und 10/08) und im „Handbuch Kinderwelten. Vielfalt als Chance - Grundlagen einer vorurteilsbewussten Erziehung“, welches 2008 im Herderverlag erschienen ist. Seit Januar 2009 promoviert sie zum Thema Adultismus und erarbeitet im Zuge ihrer Dissertation das erste Adultismus - Grundlagenwerk. (Arbeitstitel: „Adultismus. Die Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen in den Sozialisierungsräumen Elternhaus und Schule“)
Neben all dem bietet ManuEla Ritz Empowerment Workshops für Menschen mit Rassismuserfahrungen an. Als freie Trainerin bietet Manuela Workshops zu den genannten Bereichen an.
Von Arbeitsansätzen und Menschenbildern
ManuEla Ritz agiert unter der Prämisse, dass jedem Menschen, gleich welchen Alters, welchen kulturellen, ethnischem, sozialem Backgrounds, gleich auch welcher körperlicher und/oder geistiger Verfasstheit, ein wesentliches Erfahrungswissen innewohnt. Dieses erfahrene Wissen bildet für ManuEla Ritz die Arbeitsgrundlage in ihren Workshops. Die persönlichen Erfahrungen, das persönliche Wissen von Menschen gilt es zu respektieren, zu wahren, zu bergen und zu reflektieren.
Frau Ritz sieht sich in diesem Prozess weniger als Lehrende, denn als Wegbereiterin und Begleiterin, die durch diverse Übungen, Methodiken und Fragestellungen die Gedanken- und Reflektionsflüsse der Teilnehmenden anregt.
Dieser Arbeitsansatz schließt eine Prozessorientiertheit automatisch ein. Mit anderen Worten: trotz vorheriger Absprachen, trotz ausgearbeiteter Workshopkonzepte können im laufenden Workshop auch ungeplante Themen, Fragen und Probleme aufkommen, die unter dem eigentlichen Workshopthema verborgen liegen. In solchen Fällen haben die Bedürfnisse einzelner und der Gruppe immer Vorrang.
ManuEla Ritz’ Credo in ihrer Arbeit als Teamerin lautet: Ein Workshop ist dann gelungen, wenn die TeilnehmerInnen voneinander gelernt haben und sich mit neuen Erkenntnissen bereichert sehen. Ein besonderes Sahnehäubchen ist es, wenn auch sie als Teamerin etwas Neues dazu gelernt habe. (Was eigentlich immer der Fall ist)
… und dann schreibt sie auch noch …
Neben ihrer Tätigkeit als Trainerin arbeit ManuEla Ritz auch als ausgebildete (Dreh-buch)Autorin. Ihr autobiografisches (Anti)Rassismuszeugnis „Die Farbe meiner Haut. Die Antirassismustrainerin erzählt“ erscheint im April 2009 im Herderverlag.
Das von ihr, in Zusammenarbeit mit einer Kollegin entwickelte Bühnenstück „Homestory Deutschland. Schwarze deutsche erlebt-gelebte Geschichte(n)“ tourt ab 2009 als szenische Lesung durch verschiedene Städte in Deutschland.